Predigteinstieg

Reminicere 2011

Was macht es so schwer,
an Gott zu glauben?

So lautete die Eingangsfrage beim Credoweg, der vor einiger Zeit in unseren Räumen zu besichti-gen war.
Was macht es so schwer, an Gott zu glauben?
Die Antworten auf diese Frage waren vielfältig.
Die einen sagten, das Leiden der Menschen weltweit bzw. auch im persönlichen Bereich, das macht es so schwer, an Gott zu glauben. Die Frage dahinter ist die altbekannte Frage nach Gottes Ge-rechtigkeit (Theodizee) und lautet: Wie kann Gott Leid und Ungerechtigkeit in der Welt zulassen? Wenn Gott allmächtig ist, dann müsste er das Leid doch verhindern können. Wenn er es aber nicht tut, dann könnte man denken, dass er kein liebe-voller sondern ein grausamer Gott ist.
Das Leid in der Welt ist ein Problem bis heu-te. Und durch die Ereignisse in Japan oder in den afrikanischen und arabischen Staaten wird es nicht einfacher. Der Glaube an den barmherzigen Gott ist einmal mehr auf die Probe gestellt.

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Altjahrsabend 2010

Altjahrsabend 2010

Liebe Gemeinde,
Zum Jahreswechsel ist Rückblick angesagt. Der Über-gang in ein neues Jahr lädt dazu ein, innezuhalten, Ge-wesenes zu erinnern und Kommendes zu bedenken. Was befürchten wir? Worauf hoffen wir? usw.
Zum Jahreswechsel ist Rückblick angesagt.
Mir ist aufgefallen, dass die Jahresrückblicke zuneh-men. Immer früher (die ersten Jahresrückblicke gab es schon im November, da hatten wir noch mehr als einen Monat vor uns.) und immer mehr: bilderreicher, wort-gewaltiger, weltumspannender, differenzierter usw. usw.
Zum Jahreswechsel ist Rückblick angesagt.
Meine Vermutung: Das Interesse an Jahresrückblicken wächst in dem Maß, in dem die Verunsicherung zu-nimmt. Die Welt wird immer vernetzter (Es ist die Rede von Erfolg durch Vernetzung. Das gilt im medizinischen Bereich, genauso wie im technologischen usw.), die Informationsflut wächst unaufhörlich (Unsere Welt ist schnelllebig geworden. Was heute noch richtig ist, kann morgen schon wieder überholt sein.), die Katast-rophenmeldungen (Haiti, Pakistan, Chile, Golf von Me-xiko) nehmen zu und die Gestaltungsmöglichkeiten der Menschen sind grenzenlos. Es gibt heutzutage nichts, was es nicht gibt. Das gilt im politischen, wie im religiö-sen, im wirtschaftlichen oder auch im privaten. Alles geht. Nichts muss. Was interessiert das Geschwätz von gestern.
Gestaltungsfreiheit führt letztlich zum Gestal-tungszwang. Wenn alles möglich ist, dann ...

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Was bestimmt unser Leben?

Sinn des Lebens

Wir sind auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.

Keiner von uns hat sich sein Leben ausgesucht. Wir sind männlich oder weiblich, groß oder klein, sportlich oder musikalisch, lustig oder ernst, wir haben Geschwister oder gar keine, wir leben in glücklichen Familienverhältnissen oder auch nicht, wir sind reich oder arm...

Es gibt so vieles, was wir uns nicht ausgesucht haben, was wir einfach nur vorgefunden haben. Wir sind, wie man so sagt, hineingeworfen worden in diese Welt. Und da müssen wir uns mit dem, was wir sind und haben zu Recht finden.

Wir müssen eine Antwort finden auf die Frage des Lebens. Wir müssen, jeder für sich, das Leben leben. Dass das nicht ganz einfach ist, das dürfte keinem von uns hier verborgen geblieben sein. Wir sind auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, doch wie kriegen wir eine Antwort? An wem oder was können wir uns orientieren?

Was bestimmt unser Leben?

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Judika 5. Son. der Passionszeit

Sende dein Licht und deine Wahrheit,
dass sie mich leiten. (Wochen Ps. 43,3)

Mehr ist nicht nötig auf unserem Weg.
Licht, das die Dunkelheit vertreibt. Licht, das zu sehen hilft und Hindernisse sichtbar macht. Orientierung ermöglicht und Menschen zu entdecken hilft, die mit mir unterwegs sind. Licht schafft Klarheit, hilft zu unterscheiden.
Und zum anderen: Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Glaubwürdigkeit, Sinnhaftigkeit, das sind Begriffe, an denen wir uns und unser Handeln messen lassen müssen. Wir müssen uns fragen lassen, ob es gut ist, was wir reden und tun, ob es einen Sinn macht, ob es der Wahrheit dient.

Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten.
Was leitet die Menschen heute?
Was bestimmt ihr Leben?

Ist es tatsächlich das Licht und die Wahrheit?
Ich denke an Josef F. aus Amstetten, der seine Tochter 24 Jahre lang gefangen hielt, sie tausendmal vergewaltigte und ihr ein normales Leben verweigerte.
Ich denke an Tim K. aus Winnenden, der 17jährig hunderte von Menschen in tiefste Traurigkeit stürzte, indem er wahllos 15 Menschen einfach so erschoss.
Ich denke an... Es gibt so vieles, was mir durch den Kopf geht, wenn ich über Recht und Unrecht heutzutage in unserer nahen und fernen Welt nachdenke. Es ist so vieles, was nicht stimmt, was nicht übereinstimmt mit einem sinnvollen und wahrhaftigen Leben. Es gibt so vieles, das von allem möglichen bestimmt ist, nur nicht von dem Licht und der Wahrheit.
Schauen wir in die Bibel, in das Evangelium des heutigen Sonntags Judika, das dieser Predigt zugrunde liegt: Mk 10,35-45

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Estomihi

»Viel Glück und viel Segen«,

so singen wir und so wünschen wir es dem Geburtstagskind von Herzen. »Alles Gute, vor allem Gesundheit.« Das ist es, was wir uns wünschen. »Hauptsache gesund!« Eine Aussage, die man bei der Geburt eines Kindes fast immer zu hören bekommt. Die Hauptsache im Leben ist Gesundheit.
Und was, wenn jemand krank ist? Dann fehlt die Hauptsache. Dann ist das Leben..., ja, was denn? Was ist mit dem Leben, wenn es nicht gesund ist? Ist es dann weniger wert? Wirklich?
Krankheit und Leid machen einsam.
»Wer wirklich unsere Freunde waren, haben wir erlebt, als es unserer Tochter so schlecht ging.« Sagen mir Eltern, die mit dem frühen Tod ihres Kindes klar kommen müssen. »Eigentlich hatten wir keine Freunde mehr, keine Freunde und keine Verwandten. Selbst die haben ihre Weihnachtsgeschenke an der Haustür abgegeben.«

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Sexagesimae

Weniger als 100%?

Sind Sie mit weniger als 100% zufrieden? Können Sie damit leben, dass nicht alles aufgeht? Das ist im doppelten Wortsinn zu verstehen: Die Saat geht nicht auf und unsere Rechnung geht nicht auf. Es kommt nicht das als Ergebnis heraus, womit wir gerechnet haben. Können Sie damit leben, dass nicht alles eintrifft, was Sie sich so gedacht und erhofft haben?
...
Das ist unsere Lebenswirklichkeit, von der aus wir das Gleichnis vom Sämann (Lukas 4,4-8) heute hören. Wir wollen immer alles. Das volle Programm soll es sein.
Der zweite Platz ist der erste der Verlierer. Wir wollen die Besten, die Größten, die Erfolgreichsten sein. Ich kenne das von mir sehr gut.

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Wann geschieht Errettung?

Wann geschieht Errettung?

Ein Ertrinkender sieht die Hand, die sich ihm entgegen streckt. Und dann: geht er unter oder er ergreift die Hand, die ihn rettet. Um diesen Unterschied geht es, wenn wir von Weihnachten und Epiphanias reden. Um diesen Unterschied, der besteht zwischen der Menschwerdung Gottes an Weihnachten und der Entdeckung, die diese Erscheinung/Epiphanie für mein Leben hat.
Denn nicht, dass der Erlöser auf die Welt kommt, ist die Wahrheit unserer Rettung; die eigentliche Frage ist, wie wir ihn aufnehmen in unser Herz. (Drewermann)
Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren und nicht in dir, so bleibst du doch verloren. Angelus Silesius
Die Fragen, die uns mit dem heutigen Sonntag Epiphanias gestellt sind, lau-ten: Wie wird Gott sichtbar in deinem Leben? Wie können meine Augen das Unscheinbare im Trubel der Welt entdecken? Wie kann sein Licht mein Leben erhellen, wirklich erhellen und mit Leben füllen?
Hört den P.-text: Mt 2,1-12

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2. Son. n. Weihnachten

Kennen Sie Jesus?

Welchen Jesus kennen Sie?
Da wir von Weihnachten kommen, fällt Ihnen vermutlich zuerst das Kind in der Krippe ein!?
Bei längerem Nachdenken allerdings taucht früher oder später der Rabbi vor ihrem geistigen Auge auf. Jesus gefolgt von seinen Jüngern. Umherziehend in Israel. Dabei denken wir nicht an das Israel von heute, wo Krieg und Feindschaft herrscht, Mord und Totschlag das Leben der Menschen bestimmen.
Wenn wir an Jesus denken, dann sehen wir ihn oft so, wie ihn die Künstler gemalt haben. Jesus mit wallendem langem Haar und Vollbart: lehrend, heilend, zuhörend, den Menschen zugewandt. Natürlich gibt es auch das Bild von Jesus, wie er die Händler aus dem Tempel vertreibt oder wie er sich mit seinen Jüngern zum Passah trifft und Abendmahl mit ihnen feiert.
Es gibt auch noch die Bilder von Jesus auf dem Weg zum Kreuz im Garten Gethsemane, auf den Gassen durch Jerusalem, das Kreuz auf seinen Schultern. Und die Bilder von Jesus am Kreuz: leidend, blutend, den Blick gesenkt, das Leid der Welt auf seinen Schultern, verhöhnt, verspottet, verachtet, sterbend... Und dann sind da noch die Bilder von Jesu Leichnam, wie er in den Armen Marias liegt. Ein geschundener Körper, gezeichnet von der Folter und den Qualen des Kreuzestodes. Und dann zum Glück auch noch die Bilder des Auferstandenen, der hellt strahlt, die Arme zum Segnen geöffnet, die Herrlichkeit Gottes, der Triumphator, der den Tod besiegt hat.
So ungefähr sieht’s aus, wenn wir an Jesus denken. Das Jesuskind in der Krippe und dann ganz viele Bilder vom 30jährigen Jesus bis zu seinem Tod und seiner Auferstehung.
Zwischen dem Jesuskind in der Krippe und dem 30jährigen gibt’s nichts, fast nichts. Der heutige Predigttext hat Jesus noch in einem anderen Alter überliefert.
Lukas 2,41-52

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Leid soll gelindert werden

Leid soll gelindert werden

Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist?
Johannes Evangelium Kapitel 9 Vers 1 ff

Ist Krankheit Strafe für Schuld?
Glauben Sie das, dass Gott seine Menschen mit Krankheiten oder sonstigen Übeln bestraft, weil sie Fehler begangen haben in ihrem Leben?

Ich erinnere mich an meine Examenszeit. Es ist noch ein Jahr bis zum zweiten Examen, da stirbt ein Kollege von mir 27jährig an Krebs. »Wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern?«

Ein anderes Beispiel: Bei der Geburt leidet das Noch-nicht-geborene an Sauerstoffmangel. Hirnzellen sterben ab. Wichtige Funktionen können nicht mehr gesteuert werden. Das Kind wird bis zum Ende seines Lebens behindert sein...

Ist Krankheit Strafe für Schuld?
Glauben Sie das?

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Neu sehen lernen

Evangelium – Was ist das?

Euangelion kommt aus dem Griechischen und bedeutet: die frohe Botschaft, die gute Nachricht.

Und was ist eine gute Nachricht für Sie?
Ein Sechser im Lotto? Die todbringende Krankheit ist geheilt? Die Ehe ist gerettet? Die Kinder haben ihr Glück gefunden?...

Haben Sie schon mal auf etwas gewartet? Mit bangem Blick in die Zukunft geschaut? Nicht gewusst, wie es weitergehen soll? Kennen Sie diese Situationen? Das sind Situationen, die einen gefangen nehmen. Man denkt an nichts anderes mehr.

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