Pressetexte

Jugendarbeit im Zeitraffer

Jugendarbeit im Zeitraffer
HNA vom 27.03.12

Tischdekoration, Klamotten, Geschenke – wie hat sich die Konfirmation und der dazugehörige Unterricht eigentlich im Laufe der Zeit verändert? Diesen Fragen konnten die Besucher am Sonntag bei einer Konfirmationsmesse in der Baunataler Stadthalle nachgehen.

Die Veranstaltung war ein Gemeinschaftsprojekt der Kirchengemeinden Altenritte-Großenritte und Baunatal-Mitte in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für Konfirmandenunterricht im Pädagogisch-Theologischen Institut der Evangelischen Kirche Kurhessen Waldeck (Kassel).

Erfolgsmodell für alle
„Konfirmandenarbeit ist ein Erfolgsmodell, für die Kirche nicht weniger als für die Jugendlichen, für die Familie nicht weniger als für die Gesellschaft“, sagte einmal Dr. Friedrich Schweitzer, Professor für Praktische Theologie/Religionspädagogik der Universität Tübingen. Die Organisatoren der Konfirmationsmesse griffen genau diese These auf und schafften eine Veranstaltung zum Thema „Konfirmation und Konfirmandenarbeit“ die durch ihre Vielfältigkeit Junge wie Ältere gleichermaßen ansprach.

Auch Gisela Mohr (67, Altenbauna) und Manfred Mertschuweit (74, Kirchbauna) waren gekommen. Gerade für junge Menschen sei vor allem die Ausstellung sehr interessant, da waren sich die beiden einig. Gisela Harte (62, Rengershausen) erkannte sofort, dass heute viel mehr wert auf den Umgang miteinander gelegt wird als früher.
Neben der Ausstellung, die schon seit einigen Wochen im Rathausfoyer zu sehen ist, gab es jede Menge mehr zu erleben. Nach einem Auftaktgottesdienst, bei dem unter anderem die Konfirmanden und die „Punkt 5 Band“ mitwirkten, begann ein facettenreiches Programm mit Musik, Lesungen, Tanz, Modenschau und Podiumsdiskussion. Außerdem gab es einen Markt der Möglichkeiten, Workshops und erlebnispädagogische Spiele.

„Kirche ist moderner und lockerer geworden.“Pfarrer Günter Törner
Bei einem Rollenspiel zeigte eine Gruppe von Gemeindemitgliedern und Baunataler Pfarrern im Zeitraffer, wie sich die Jugendarbeit und der Konfirmandenunterricht vom Katechismus Anfang des 20. Jahrhunderts bis heute verändert hat. „Kirche ist moderner und lockerer geworden“, sagte Pfarrer Günter Törner. Früher sei der Pfarrer ein Ein-Mann-Unterhalter gewesen, der die Bedeutung des Evangeliums vermittelte. Heute stärke man die Kinder und schaffe Situation, in denen man ihnen das Evangelium nahe bringen könne, erläuterte er.
Von Tina Hartung

Von Brauchtum bis zu persönlichen Erinnerungen

Von Brauchtum bis zu persönlichen Erinnerungen
Ausstellung „Konfirmation" mit über 80 Gästen im Rathaus eröffnet
Baunataler Nachrichten vom  7. März 2012


Die Konfirmation bleibt vielen jungen Erwachsenen oft sehr lange in Erinnerung, denn sie verbinden mit ihr nicht nur die Feierlichkeiten, die Geschenke oder das gute Essen, sondern meist ist dieser Tag der Beginn eines neuen Lebensabschnitts, der Beginn des Erwachsenwerdens.
Die evangelische Kirche in Baunatal hat diesem Ereignis nun eine Ausstellung gewidmet, welche vergangene Woche im Rathausfoyer feierlich eröffnet wurde und zahlreiche Gäste in den Abendstunden im Rathausfoyer zusammenbrachte.
Die Ausstellung der evangelischen Kirche arbeitet die Geschichte der Konfirmation auf, zeigt Brauchtümer, Urkunden, die bis ins Jahr 1870 zurückreichen sowie Geschenke und Konfirmationssprüche.
„Wir danken allen, die ihre Schatzkammern geöffnet haben", so Günter Törner, Pfarrer und Mitorganisator. Denn die Ausstellung zeigt auch ganz persönliche Erinnerungen aus der Konfirmationszeit vieler Bürgerinnen und Bürger, die viele Utensilien zur Verfügung gestellt haben. Auch Pfarrerin und Mitorganisatorin Katja Simon bedankte sich bei allen Helfern für ihre Mitgestaltung und ihre tatkräftige Hilfe. Sie lud die Besucher außerdem zur Konfirmationsmesse am 25. März von 10 bis 18 Uhr in die Stadthalle ein. „Die Ausstellung arbeitet viele Facetten auf", lobte Bürgermeister Manfred Schaub die vielen bunt bestückten Stellwände.
Die Ausstellung wird noch bis zum 15. April im Rathaus zu sehen sein. Bis dahin ist Mitmachen angesagt, denn große Tafeln bieten die Möglichkeit Erinnerung seiner eigenen Konfirmation niederzuschreiben und auszudrücken.


HNA Konfirmation und ihre Wurzeln

HNA vom 25.02.12

Kirchengemeinde Baunatal-Mitte:
Konfirmation mal ganz anders

Baunatal. Das Wort Spaß fällt häufig, wenn Moritz Fischbach und Jonas Nikolaus über die Aktivitäten der Konfirmanden sprechen. Anlässe, Spaß zu haben, gibt es in der 13-köpfigen Gruppe der Kirchengemeinde Baunatal-Mitte in der Tat jede Menge.

Neben dem klassischen Umgang mit Bibeltexten in Vorbereitung auf die Konfirmation hat Pfarrer Günter Törner mehr im Angebot. Konfirmandenunterricht mal ganz anders - denkt man mit Blick auf frühere Zeiten.

Vom Kletterkurs in der Rhön über Segeltage auf dem Edersee bis zu Messe und Ausstellung in Rathaus und Stadthalle reicht das Programm für die Konfirmanden. Sich an einer senkrechten Felswand abzuseilen, das habe ihn besondere Überwindung gekostet, berichtet Moritz Fischbach. Das Gefühl schließlich, es geschafft zu haben, „das kann man kaum beschreiben“. Und auf die Verbindung dieses extremen Erlebnisses zu Gott und Glauben angesprochen liefern Fischbach und Nikolaus schnell eine Parallele. „Ja, Vertrauen zu haben - und eben Mut.“

Immer im Herbst wiederholen die Konfirmanden diese Mutprobe. Dann seilen sie sich vom 25 Meter hohen Kirchturm der Gethsemanekirche in Altenbauna ab. Wieder ist Vertrauen gefragt und Teamgeist. Diese Erfahrung wollen sie auch auf der Konfirmationsausstellung im Rathausfoyer (27. Februar bis 15. April), an der sich mehrere Kirchengemeinden beteiligen, darstellen. Die Jungen und Mädchen basteln derzeit gemeinsam mit Hobbykünstler Willi Volmar an einem Miniaturkirchturm, von dem sich kleine Puppen abseilen sollen.

Welche Idee steckt hinter dem ungewöhnlichen Angebot? Oft werde Konfirmandenunterricht gemacht, um die Gemeinde aufzubauen, sagt Pfarrer Günter Törner. „Das ist nicht mein Ziel. Ich mache das um der Konfirmanden Willen.“ Das Konzept funktioniere deshalb so gut, weil sich Eltern, ehemalige Konfirmanden und andere Mitglieder der Gemeinde intensiv an den Aktivitäten beteiligten, sagt der Pfarrer.
Von Sven Kühling

HNA vom 28.02.12

Konfirmation und ihre Wurzeln

Baunatal. Was bedeutet eigentlich die Konfirmation, und wie hat sie sich im Laufe der Zeit verändert? Mit diesen und vielen anderen Fragen haben sich Konfirmanden der Kirchengemeinden Altenritte, Großenritte und Baunatal-Mitte beschäftigt. Daraus ist die Ausstellung „Konfirmation und Unterricht“ entstanden. Sie wurde am Montagabend vor 80 Gästen im Foyer des Baunataler Rathauses von Bürgermeister Manfred Schaub eröffnet.

„Durch die Ausstellung sollen die Menschen, die ins Rathaus kommen, der Konfirmation mehr Aufmerksamkeit schenken“, erklärte Jonas Nikolaus (14, Altenbauna). „Wir haben zum Beispiel die Konfirmation früher und heute gegenübergestellt, indem wir unsere Großeltern interviewt haben“, sagte Lukas Steins (14, Großenritte).

Neben Brauchtum, Mode und geschichtlicher Aufarbeitung bietet die Ausstellung den Gästen viele weitere Facetten – wie persönliche Erinnerungen und Geschenke. Außerdem gibt es Urkunden von früher und heute zu sehen, die älteste ist von 1870.

Beim Betrachten der Ausstellung erinnerten sich die Besucher gern an ihre eigene Konfirmationszeit. Diesen Erinnerungen ist ein eigener Bereich gewidmet, wo die Gäste ihren Blick in die Vergangenheit auf einer großen Wand aufschreiben können.
Manche finden sich sogar auf einer der Ausstellungswände wieder. So wie Gudrun Rauch (69, Altenritte). „Ich habe meinen Namen entdeckt“, freute sie sich.
Die Ausstellung ist bis zum 15. April im Rathaus zu sehen.
Von Tina Hartung

HNA 15.01.12

HNA vom 15.01.12
Farbenpracht im Gotteshaus

Baunatal. „Ich wünsche mir für 2012, dass wir unsere Schwachheit nicht verbergen, sondern sie als Möglichkeit sehen, Gott zu begegnen“, sagte Pfarrer Günter Törner beim Neujahrsempfang in der Gethsemanekirche. Anschließend wurde die Ausstellung „Die Schöpfung“ in dem Gotteshaus eröffnet.
Etwa 80 Gäste kamen zu der Doppelveranstaltung, zu der die evangelische Kirchengemeine Baunatal-Mitte geladen hatte. Bevor die Kunst in den Mittelpunkt rückte, zog Pfarrer Törner eine Bilanz des vergangenen Jahres und blickte erwartungsvoll auf das Jahr 2012.
Bei der Ausstellungseröffnung gab es für die Gäste ausdrucksstarke und farbenprächtige Werke der Künstlerin Ursula Frohwein-Charissé zu sehen. Der Bilderzyklus enthält sieben großformatige Werke, die jeweils einen Tag der Schöpfungsgeschichte darstellen.
Frohwein-Charissé wurde in Braunschweig geboren und ist in Marburg aufgewachsen, wo sie auch heute noch wohnt. Mit Baunatal verbindet die Künstlerin eine enge und lange Freundschaft zu Iris Bender, Mitglied im Kirchenvorstand. Die beiden Frauen kennen sich seit 30 Jahren.
Ursula Frohwein-Charissé legt großen Wert darauf, dass ihre Werke Persönlichkeit und Intensität ausstrahlen. Die Inhalte und Materialien ihrer Bilder sind vielfältig. Bei der Darstellung der Schöpfung hat sie Temperafarben auf Vlies verwendet. Erst seit 2007 intensiviert sie christliche Themen in ihren Bildern. „Eine kirchliche Pilgerreise hat mich zu diesem besonderem Thema gebracht“, sagte die Künstlerin. (pth)

HNA 10.01.2012 Messe und Schau zur Konfer

HNA 10.01.2012
Messe und Schau zur „Konfer"
Kirchengemeinden bitten um Mithilfe

BAUNATAL. Die Konfirmation - ein besonderes Ereignis für, junge Menschen wichtig für die Kirche, aber auch Anlass zu Konsum. In diesem Spannungsfeld bewegt sich ein Projekt Baunataler Kirchengemeinden, das aus einer Ausstellung im Rathaus, einer Konfirmationsmesse in der Stadthalle und einem Plakatwettbewerb besteht.

Sie bitten zugleich die Bürger um Hilfe beim Bestücken der Ausstellung, die vom 27. Februar bis 14. April im Baunataler Rathausfoyer läuft. Dafür suchen die Kirchengemeinden Altenritte-Großenritte und Baunatal-Mitte als Veranstalter Urkunden, Fotos, Geschenke, Geschichten und Bräuche aus vergangenen Jahrzehnten zum Thema „Konfer", wie junge Leute gern sagen.

Bei -einer Konfirmationsmesse am 25. März soll es um die theoretische Basis der Konfirmation, aber auch zumeist um Praktisches gehen - von Theater bis Modenschau.

Ein Wettbewerb für die gesamte -Landeskirche Kurhessen-Waldeck wendet sich an Konfirmationsgruppen: Sie sollen ein Werbeplakat zum Thema entwerfen. Die schönsten Poster werden in der Ausstellung gezeigt, für die drei besten gibt es Geldpreise. (ing)

Info/Kontakt: Pfarrer Günter Törner, Tel. 01 73/8 73 48 59.

HINTERGRUND

- Von Rollenspiel
bis Tischdeko

Das ist während der Konfirmationsmesse geplant:
• Spontantheater und Rollenspiel von Vikaren,
• Podiumsdiskussion,
• Modenschau,
• Prominente erzählen von der Bedeutung ihres Konfirmationsspruches, ...Arbeitsgruppen kreieren Konfirmationssprüche;
• Singen neuer Lieder zur Konfirmation:,
• Spiele für den Tag der Konfirmation,
biblische Geschichten als Erlebnis.
Zudem werden Buchgeschenke präsentiert, Beispiele für Tischdekorationen gezeigt, Konfirmationsurkunden gestaltet.
Als Referenten und Akteure werden unter anderem Bischof Martin Hein, Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub und die .Punkt-5 Band Guntershausen dabei sein. (ing)

Licht verbindet Menschen

HNA vom 21.12.11
Licht verbindet Menschen

Dass eine kleine Flamme Grenzen, Nationen, Religionen und Kulturen überwinden kann, beweist das Friedenslicht aus Bethlehem. In Jesus’ Geburtsgrotte entzündet, wird es jedes Jahr kurz vor Weihnachten nach Wien geflogen und von dort von Pfadfindern in ganz Europa an verschiedene Gruppen und Gemeinden verteilt.

Initiiert wurde die Friedenslichtaktion vom ORF und verschiedenen Pfadfinderstellen. Das Motto dieses Jahr lautet: „Licht verbindet Völker“. Auch in Baunatal wurde die Flamme weitergegeben.
Im Rahmen der Adventsandacht in der Gethsemanekirche am Montagabend verteilten die Mitglieder der Johanniter-Jugend Baunatal, die auch die Andacht gestaltet hatten, das Friedenslicht an die rund 80 Besucher.

Voller Stolz trugen Joyce Klimm (6) und Nico Birkenfeld (9) das Licht in das Gotteshaus. Bereits am 11. Dezember wurde es von einem Johanniter-Team am ICE-Bahnhof in Kassel in Empfang genommen. Das Friedenslicht wird von Kerze zu Kerze an unzählige Menschen in vielen Ländern weitergegeben, so dass schließlich eine lange Lichterkette entsteht.

Es ist eine kleine Flamme mit großer Bedeutung. Das findet auch Gisela Schäfer. Die 62-Jährige hatte - wie in jedem Jahr - ihre eigene Laterne zur Adventsandacht mitgebracht. „Das Licht kommt in unseren Flur, damit es jeder gleich sieht“, sagte sie. Erst nach dem 6. Januar werde es gelöscht, betonte die Altenbaunaerin.
Von Tina Hartung

Der Pfarrer ist auch Moderator

HNA 23.11.11
Der Pfarrer ist auch Moderator

Am morgigen Donnerstag ist in Lohfelden Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Kaufungen, der den Altkreis Kassel abdeckt. Über neue Wege der Kirchenarbeit und über die Mitgliederentwicklung sprachen wir mit Dekanin Carmen Jelinek.

Frau Jelinek, auch der Kirchenkreis Kaufungen hatte in den vergangenen Jahren mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen. Wie sieht die Lage zurzeit aus?
Carmen Jelinek: Die aktuellen Zahlen gibt es erst im kommenden Frühjahr. Nur so viel: Wir haben zurzeit 300 bis 400 Austritte pro Jahr. Das liegt zum Teil auch an der geringer werdenden finanziellen Ausstattung vieler Mitglieder. Sie sparen dann an der Kirchensteuer. Im Moment liegt der Kirchenkreis Kaufungen bei 71 005 Mitgliedern. Aber die Kurve der Austritte wird sich in diesem Jahr etwas abschwächen. Der demografische Wandel ist jedoch unser größeres Problem. Ein Beispiel: In der Kirchengemeinde Oberkaufungen standen im vergangenen Jahr 55 Sterbefällen 35 bis 40 Taufen gegenüber. Auch der Wegzug junger Leute spielt eine Rolle.

Wie empfinden die Menschen Kirche heute?
Jelinek: Viele kommen nicht mehr einfach nur, weil Gottesdienst ist. Sie kommen, wenn ein Angebot, ein bestimmtes Thema sie besonders interessiert. Das ist viel stärker zielgruppenorientiert.

Wie reagieren Sie im Kirchenkreis auf diese Situation?
Jelinek: Unsere Angebote sind vielfältiger geworden - auch was die Gestaltung der Gottesdienste angeht. So haben wir zwar weiterhin den klassischen Gottesdienst mit der zentralen Predigt. Aber auch neuere Formen des Abendgottesdienstes, der lockerer, nicht so akademisch gestaltet ist und sich weniger um die zentrale Predigt als um ein zentrales Alltagsthema dreht - zum Beispiel den Umgang mit Verantwortung.

Birgt diese Differenzierung auch Probleme?
Jelinek: Diese Spezialisierung ist auch eine Herausforderung. Wir müssen darauf achten, dass wir durch die verschiedenen Programme mit ihren verschiedenen Ausrichtungen das Miteinander der Generationen nicht aufs Spiel setzen. Dieser Austausch darf nicht verloren gehen.

Es gab auch kirchenintern bundesweit Kritik an der Qualität der Predigten. Wie begegnen Sie diesem Thema?
Jelinek: Wir haben zum Beispiel die „Arbeitsstelle für Gottesdienst“ in Hofgeismar. Sie berät die Kirchengemeinden und gibt Tipps zur Gestaltung. Zum Beispiel, wie eine Taufe optimal in den Gottesdienst eingebunden werden kann. Und es gibt hier in fast jeder Kirchengemeinde auch Gottesdienstausschüsse, die intensiv über die Inhalte diskutieren.
Früher spielte der Pfarrer den Alleinunterhalter. Wie sieht seine Rolle heute aus?
Jelinek: Die Situation des Pfarrers hat sich geändert. Er ist auch ein Stück weit Moderator geworden. Daraus hat sich die Gestaltung vieler Gottesdienste im Team entwickelt. Denn die Gemeindemitglieder wollen aktiv beteiligt werden. Viele Pfarrer sind sehr offen für Neues. Man muss aber immer überlegen, wie viel man einer Gemeinde zumuten kann.

Wie viele Leute besuchen denn im Schnitt einen Gottesdienst?
Jelinek: Schwer zu sagen. In Oberkaufungen liegt die Zahl zwischen 50 und 100. Aber zum Reformationsgottesdienst oder zu Erntedank kommen auch mal 500.

Die Finanzen werden ein zentrales Thema der Synode sein. Wohin geht die Reise?
Jelinek: Eine Tendenz geht dahin, dass Kirchengemeinden bei knapper werdenden Mitteln enger zusammenarbeiten müssen und sich zum Beispiel einen Jugendarbeiter teilen könnten. Sorgen machen uns die Stellen der Hausmeister und Küster. Wir sehen immer mehr Pfarrer, die Tische und Stühle selbst stellen.
Von Stefan Wewetzer

HNA 4.10.11

HNA 4.10.11
Pfarrer begeisterten mit Komödie
in Altenbaunaer Gethsemane-Kirche

Baunatal. Aus dem Altar ragen Lüftungsrohre, auf dem Tisch flackert ein altersschwacher Fernseher vor sich hin. Fußballbilder prangen an der Wand, schlüpfrige Fotos dazu.
Männerfreunde unter sich: Eroll (Pfarrer Matthias Risch, (Dritter von links) zeigt seinen Kumpels Lars (Pfarrer Peter Leppin, von links), Mario (Pfarrer Wilfried Ullrich) und Helmut (Pfarrer Günter Törner) die Reizwäsche seiner Frau.
Und wo sonst Pfarrer Günter Törner das Abendmahl reicht, steht ein speckiges Sofa, davor drapiert eine Batterie von Bierdosen der Marke „Hauptsache billig“: Der Chorraum der Gethsemane-Kirche ist am Sonntagabend zum Männer-Bunker umfunktioniert worden.
Vier Herren, die im wirklichen Leben im Talar vor ihrer Gemeinde predigen, sind von der allwöchentlichen Einkaufsorgie ihrer Ehefrauen gestresst und hängen nun heimlich im Heizungskeller des Einkaufszentrums ab. Da entwickeln sich Gespräche unter Männern, die nicht immer jugendfrei sind, dafür aber jede Menge Lacher und Gekicher der Zuschauer provozieren. So haben sie schließlich ihre Pfarrer noch nie erlebt.
Günter Törner von der Altenbaunaer evangelischen Kirchengemeinde kippt als bankrotter Pilot ein Bier nach dem anderen und lötet eine Silberkette fürs Guinness-Buch der Rekorde. Wilfried Ullrich, Geistlicher in Ahnatal-Weimar, schlüpft in Reizwäsche.
Matthias Risch, Pfarrer in Vellmar, probt mit seinem Amtskollegen Peter Leppin aus Fuldatal-Simmershausen den Frauentausch. Deshalb kriegt er sich mit dem Amtsbruder schnell mächtig in die Haare.
Bis auf Leppin haben die Pfarrer bisher noch nicht auf der Bühne gestanden. Pfarrer Törner hatte die Idee zu dem Auftritt, nachdem er die Komödie „Männerhort“ auf der Bühne gesehen hatte und davon ganz begeistert war. Während einer Pfarrer-Fortbildung habe er dann seine Kollegen als Mitstreiter gewonnen, sagt Törner: „Ich finde, die Gemeinde hat ein Recht darauf, ihren Pfarrer auch mal anders zu erleben.“
Den meisten der etwa 70 Zuschauer hat das offensichtlich Spaß bereitet. In der Pause hörte man viel Lob über das mimische Können der Geistlichen. „Ein Pfarrer muss ja auch schauspielerisches Talent haben, wenn er bei seiner Gemeinde ankommen will“, sagte ein Besucher. Die barbusigen Pin-Up-Mädchen am Altar, das gehe aber wohl zu weit, meinte er.
So eng sahen das wohl Wenige. „Pfarrer sind doch auch nur Menschen, die sich auch mal streiten können“, meinte Heide Bahr aus Altenbauna. Die junge Frau findet das Stück amüsant. „Es hat mir viel Spaß gemacht“, sagt sie.

 

HNA vom 14.06.11

HNA vom 14.06.11
Vertreibung aus dem Paradies
Jugendliche erlebten in Gethsemane-Kirche einen etwas anderen Gottesdienst mit Fest

Baunatal Am Altar der Gethsemane-Kirche entspannen sich zwei Jugendliche auf Liegen unter dem Marktschirm und sinnieren über die anstrengende Klausuren-Woche in der Schule. Die Niestetaler Jugendband „Believe in you“ spielt den Pop-Ohrwurm „California here we come“, auf der Altarwand steht: Sommer, Sonne, Sonnenschein. Junge Leute und einige Erwachsene sitzen nicht auf Kirchenbänken, sondern im Kreis auf Pappkartons.

Zum fünften Mal hat das Jugendgottesdienst-Team der evangelischen Kirchengemeinden Altenritte, Großenritte und Baunatal am Pfingstmontag versucht, die ausgetretenen Pfade traditioneller Gottesdienste zu verlassen und Wege zu suchen, wie Jugendliche in der Gemeinschaft leichter Zugang zu Glaubensdingen finden. Da steht Pfarrer Günter Törner nicht auf der Kanzel und predigt, sondern hört im gelben Polohemd aus dem 90-köpfigen Publikum zu, welche Sprache junge Leute benutzen, um sich mit der Bibel auseinanderzusetzen.
Jugendarbeiterin Viola Spallek und ihr Teamkollege Benedikt Wagner nutzen die Geschichte von Adam und Eva und der Schlange, um anzusprechen, was Jugendliche heute bewegt. Heute noch chillen, ausschlafen, von Mutti umsorgen lassen, morgen schon Verantwortung tragen, an der Werkbank seinen Mann stehen. Empfinden viele junge Leute diesen Zwang zum Erwachsenwerden nicht so wie die biblische Vertreibung aus dem Paradies, fragt Spallek. Die Gottesdienstbesucher sollen auf braune Karten ihre Probleme schreiben, auf grüne ihre Ideen, wie sie sich ein Stück Paradies zurückholen.
Freudenmahl
Fürs Diskutieren bleibt keine Zeit. Pfarrer Törner ruft zur Agape, dem Freudenmahl, das dem Abendmahl nachempfunden ist. Krüge mit Saft und kleine Brotstücke gehen herum, es wird gebetet, und auch wieder gekichert.
Luisa Schaumann (14) teilt mit einigen Freundinnen das Brot. „Das hier ist schöner als ein normaler Gottesdienst, viel lockerer und nicht so anstrengend“, sagt sie.

Von Peter Dilling

HNA 17.01.11

HNA vom 17.01.11
Januar – Zeit der Neujahrsempfänge.

Stellvertretend für viele weitere Treffen mit Rückschau und Ausblick schauten wir in der evangelischen Kirchengemeinde Baunatal-Mitte vorbei, wo Pfarrer Günter Törner den Abend zu einem großen Lob des freiwilligen Engagements nutzte.

Engagiert für die Gemeinde: Pfarrer Günter Törner (von links) mit dem Krug, von dem er in seiner Neujahrsbegrüßung erzählte, Organistin Sandrine Baltzer (17), Konfer-Patin Gisela Mohr (67), Christoph Wagner (18), der in der Jugendarbeit aktiv ist, und Reinhold Bülo (66), der Mann für alle Fälle. Auf der Litfaßsäule steht, was in der Gethsemanekirche noch alles Mitstreiter benötigt.

Törner erzählte die Geschichte vom Steinkrug, der nicht perfekt ist, aber das aus Fadenrissen heraustropfende Wasser nährt bunte Blumen am Weg. So bunt und verschieden wie die vielen Talente, die das Leben in der Gemeinde in Gang halten.

„Mann für alle Fälle“
Einer ist Reinhold Bülo. Der 66-Jährige engagiert sich bei den jährlichen Pilgertouren, hilft beim Aufräumen, Saubermachen und Feste organisieren. „Überall wo ich gebraucht werde“, da packe er an, sagt Bülo und nennt sich selbst einen „Mann für alle Fälle“.
Ihn und einige Dutzend andere Menschen, von denen viele hinter den Kulissen aktiv sind, bat Törner, nach vorn zu kommen. Die anderen sollen wissen, wer was wo tut – zum Beispiel im Abholdienst, im Frauenkreis, in der Jugendarbeit, im Chor und beim Werben vom Spenden.

2000 Menschen
2000 Gemeindemitglieder zählt die Kirchengemeinde Baunatal-Mitte, die den Süden und Westen von Altenbauna abdeckt. 100 Menschen seien aktiv dabei, sagt Pfarrer Törner: „Das ist super für eine solche Gemeinde.“ 60 Gäste waren zum Neujahrsempfang in den Nebenräumen der Gethsemanekirche gekommen. Nachdem Stadtrat Luigi Coppola ein Dankeschön der Stadt Baunatal gesagt hatte, ging es ans Buffet, bevor man sich gemeinsam Fotos vom Gemeindeleben 2010 ansah.

Was 2011 alles komme, sei noch nicht komplett geplant, sagt Törner. Sicher ist aber schon, dass Erntedank und Gemeindefest verbunden werden. Und dass die nächste Pilgertour in den Herbstferien stattfindet – zwei Wochen durch die Schweiz bis nach Lausanne. Eine weitere Etappe des ehrgeizigen Projekts, bis 2016 den Jakobsweg bis Santiago de Compostela (Spanien) zu schaffen.

www.kibaum.de

Von Ingrid Jünemann

HNA 26.10.10

Den Glauben entdecken
Ungewöhnliche Ausstellung in der Gethsemanekirche
von Pamela de Filippo

BAU NATAL. Wer eine kirchliche Ausstellung besucht, erwartet Texte, Bilder und viele Informationen. Bei der Schau, die seit Sonntag in der Baunataler Gethsemanekirche zu sehen ist, ist jedoch alles anders. Dort geht es ums Erleben, ums Zuhören, ums Ausprobieren.
Credoweg - so lautet der Titel der ungewöhnlichen Ausstellung, die Pfarrer Günter Törner in seine Kirchengemeinde geholt hat. „Ich habe sie beim Kirchentag erlebt und fand das spielerische Konzept toll", sagt er. Die Besucher des Gemeindefests, das am Sonntag stattfand, sehen das sicher genauso. Denn sie waren die Ersten, die die 21 Stationen ausprobieren durften.
„Die Ausstellung soll zum Nachdenken anregen", erklärt Alessandro Cocca. Der Konfirmand war an der Vorbereitung der Ausstellung beteiligt und kennt sich an den einzelnen Stationen bestens aus. Überall erwarten die Besucher interessante Aufgaben. Sie müssen geometrische Figuren aus Streichhölzern legen, Quadrate zählen und Fragen zu verschiedene  Religionen beantworten. Wichtig: Es gibt kein Richtig oder Falsch. Vielmehr geht es darum, den eigenen Glauben, zu reflektieren.
Fingerspitzengefühl müssen die Ausstellungsbesucher zum Beispiel bei der Schatzsuche zwischen Kirschkernen beweisen. Wer sich durch die Kiste tastet, findet vielleicht tatsächlich etwas Besonderes. „Die Menschen sollen aber auch darüber nachdenken, welchen Schatz sie im Leben haben, was ihnen wirklich etwas bedeutet", sagt Alessandro Cocca. Wichtige Erkenntnis an dieser Station: Man soll dankbar sein für das, was man hat. Nebenan können die Gäste an einem Tisch Platz nehmen und zuhören. Per Tastendruck hören sie die Lebensgeschichten verschiedener Menschen und lernen nebenbei auch einiges über sich selbst. Welche dieser Personen steht Gott am nächsten und wo ist meine eigene Position innerhalb dieses Kreises? Um diese Fragen geht es hier.

Die Ausstellung Credoweg ist bis zum 6. November in der Gethsemanekirche, Rudolf Diesel-Straße 23, zu sehen: täglich von 15 bis 18 Uhr.
Für Gruppen werden nach telefonischer Anmeldung unter 01738734859 Führungen durch die Ausstellung angeboten.

HNA 3. Juni 2010 Mittendrin statt nur dabei

Ein virtueller Blick nach Innen
100 Baunataler ließen sich für neues Plakat an der Gethsemane - Kirche fotografieren –
Ende Juni (27.06.) soll es fertig sein
VON VERA GLASS

BAUNATAL „Viele Menschen finden es schwierig, sich mit dem Kirchengebäude zu identifizieren." Pfarrer Günter Törner spricht von der Gethsemane-Kirche in Baunatal. Eine der Außenwände wirke wie eine Festung - unpersönlich und kalt. Auf den ersten Blick deute nichts auf eine Kirche hin. „Von dieser Perspektive aus gesehen, könnte es sich auch um ein Schwimmbad handeln", sagt der Pfarrer.

Um diese Seite des Gebäudes ansprechender und für Besucher einladend zu gestalten, hängt dort bereits seit drei Jahren ein etwa vier mal fünf Meter großes Plakat, das Konfirmanden der Kirchengemeinde zeigt. Das soll nun ausgetauscht werden. Unter dem Motto „Wir sind Kirche - mittendrin statt mir dabei", hatte Pfarrer Törnen daher Kirchenbesucher und Gemeindemitglieder gefragt, ob sie sich nicht für das neue Motiv des Plakats, fotografieren lassen wollen. Gesagt – getan.

Und so kamen am Donnerstagnachmittag etwa 100 Baunataler zum Rodelberg am Leiselsee, um sich dort vor einer schönen Kulisse gemeinsam fotografieren zu lassen.

Günter Törner freute sich über die große Resonanz: „Das Bild zeigt nun genau, wer alles in die Kirche geht - Familien mit kleinen Kindern, alte Menschen, Jugendliche." Ein Querschnitt, der die Unterschiedlichkeit der Kirchenbesucher zeigt.

Voraussichtlich Anfang Juli soll das neue Plakat angebracht werden. Und dann sehen die Besucher, „was drinnen passiert-, sagt Törner. Denn das ist neben der Verschönerung der Wand der Hauptgedanke der Aktion, sagt der Pfarrer: „Die Wand aufbrechen, und ein virtuelles Loch mit Blick nach Innen herstellen". Wer geht in die Kirche? Wir - „Wir sind Kirche" und damit ist das Motto getroffen.

HNA Ein Platz für Neues

HNA vom Montag, 26. April 2010

Ein Platz für Neues
Gottesdienst für junge Menschen erreichte viele Generationen
BAUNATAL. Neues ausprobieren, Gemeinschaft mit Gleichgesinnten erleben, Menschen erreichen. Amelie Dieckhoff, 19 jährige Abiturientin aus Altenbauna, erklärt präzise, warum sie den ersten evangelischen Jugendgottesdienst in Baunatal-Mitte mit gestaltete.
Am Freitagabend wurde die Gethsemanekirche zum Place for Change, zur Plattform für einen Gottesdienst für junge Menschen.
Mit Liedern, Spielszenen, Texten und sehr viel Enthusiasmus betrachtete das siebenköpfige Gottesdienst-Team das Wechselspiel von Vertrauen und Kontrolle, Glaube und Wissen. „Wir haben Idee und Thema gemeinsam erarbeitet, haben dabei Antworten auf die Frage gesucht, was man gegen Angst tun kann", sagt Benedikt Wagner, der gemeinsam mit Christoph Wagner, Amelie Dieckhoff, Kathrin Schulz, Andreas Scheuch, Martin Siebert und Jonas Bahr diesen Abend ein Vierteljahr lang vorbereitete. Mehrmals wöchentlich wurde gearbeitet. „Wir haben extra eine Band gegründet, die Band ist so neu, dass sie noch gar keinen Namen hat", berichtet Amelie, die bei der Gelegenheit auch feststellte, wie viel Spaß ihr Singen macht. Lea Nieslony, Anna-Lena Ullrich und Marius Bippig unterstützten das Got
tesdienst-Team mit Gitarre, Querflöte und Gesang. Als Besucher waren nicht nur junge Leute in die Gethsemanekirche gekommen, Vertreter aller Generationen belohnten die erfolgreiche Jugendarbeit der Jugendlichen am Ende mit viel Beifall und Anerkennung.
Pfarrer Günter Törner und Betreuerin Heike Fuhrmann hatten die Vorbereitungen unterstützt. Sie freuten sich nun über die Souveränität, mit der die Jugendlichen ihre Gedanken und Anliegen übermittelt hatten.
Der nächste Jugendgottesdienst soll das Jugendfest der evangelischen Gemeinde am 21. August einleiten. (pcj)

HNA vom 25. Oktober 2009

Pilger, Puffer und Klettermaxe
Fest in und rund um die Gethsemane-Kirche zeigte Vielfalt des Gemeindelebens

VON PETER DILLING

BAU NATAL. Die Freude auch im Leid suchen. Dieses Ziel hat Pfarrer Günter Törner während seiner Predigt zum Gemeindefest, der Gethsemane Kirche thematisiert. Freude und Freunde finden, das war bei diesem Fest wohl so leicht wie sonst selten.
Dazu gehörte die Freude an einem vollen Gotteshaus und die Freude, über die Vielfalt des Gemeindelebens. Gemeinsam singen, tanzen und auch mal an andere denken. All das konnte man bei diesem Kirchenfest.
Der Themba-Club, präsentierte seine Hilfsaktionen für ehemalige Straßenkinder in Südafrika. Und die jugendlichen der Gemeinde erzählten von ihren Erlebnissen während ihrer Pilgerreise von Würzburg nach Heubach im Sommer. Dort haben die Baunataler jungen Gläubigen Freunde gefunden, wie beispielsweise Frauke Mag aus Erkste bei Dortmund. Sie ist extra mit ihrer Familie nach Saunatal gekommen, um ihre Mitpilger wiederzusehen und sich die Bilder von der Pilgerreise anzuschauen. In zwei Wochenn wird die 15 Jährige wieder zu einem Nachbereitungstreffen in die Autostadt reisen.
Zu einem lebendigen Gemeindeleben gehört ohnehin, dass sich auch die jüngeren Christen einbringen. An der Gethsemane-Kirche waren das nicht nur die Pilger, sondern auch die Konfirmanden.
Wie im vergangenen Jahr seilten sie sich spektakulär vom Kirchturm ab: Mut und Selbstvertrauen sind Eigenschaften, die auch ein junger Christ brauchen kann.
Einen weiteren Grund zur Freude bot auch der strahlende Sonnenschein und der große Appetit der Festgäste. Norbert Engelkamp und Stephan Heinisch am Bräter mussten schon bald neue Brötchen für die Bratwurst bestellen.

Vegetarische Puffer

Dieses Problem hatten Willi Volmar und Monika Rudolph nicht. Die beiden Gemeindeglieder boten zum ersten Mal rein vegetarische Kost an und bruzelten Gemüsepuffer. »Das muss sich erst herumsprechen«, meinte Volmar optimistisch.

Bericht in der HNA vom 27. Februar 2009

Eine Schau der letzten Dinge
Im Sepulkralmuseum eröffnet die ungewöhnliche Ausstellung „50 Koffer für die Ewigkeit"

Schon im Dezember war klar, dass diese Koffer einmal auf Reisen gehen würden. „50 Koffer für die Ewigkeit" hieß die Ausstellung, die damals vor 100 Zuschauern im Foyer des Baunataler Rathauses eröffnet wurde. Mit seinen Konfirmanden hatte Günter Törner, Pfarrer der Baunataler Gethsemane-Kirche, 50 Menschen aus der VW-Stadt und der Umgebung ihren letzten Koffer packen lassen. Sie wurden gefragt, was sie zurücklassen, würden, wenn sie sterben. Diese Gegenstände. Symbole und Erinnerungsstücke packten die Teilnehmer in ihre Koffer. So setzten sich die Konfirmanden auf ungewöhnliche Weise mit dem Tod auseinander
„Dies ist eine sehr wichtige, sensible Ausstellung mit einer Botschaft, die über Baunatal hinaus wirkt", lobte damals Reiner Sörries, Direktor des Kasseler Museums für Sepulkralkultur. Nun hat er die Schau in sein Museum am Weinberg geholt.
Mit Pfarrer Törner und dem Liedermacher Reinhard Labs, der mit dem Kofferpacker Willi Volmar das Stück »Die Geschichte eines Koffers?« singen wird, eröffnet er die Ausstellung. Vier Wochen lang wird sie in Kassel zu sehen sein - als ein „Signal, dass sich das Bewusstsein der Menschen im Umgang mit dem Tod ändert", wie es in der Ankündigung heißt.
Bei Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub hat sich schon während des Projekts etwas verändert. „Die Idee klang sehr düster, aber es ist eine sehr lebendige Ausstellung", findet der Sozialdemokrat, der selbst einen Koffer gepackt hat. Auch die zusammengetragenen Erinnerungsstücke der Märchenerzählerin Ria Ahrend und des Bischofs der Koptisch-Orthodoxen Kirche, Anbe Damian, sind zu sehen.

Eröffnung heute, 18 Uhr, Museum für Sepulkralkultur, Weinbergstraße 25-27. Bis 30. März dienstags, 10-17 Uhr, mittwochs, 10-20 Uhr, sowie donnerstags bis sonntags 10-17 Uhr, Eintritt frei. Info- 05611 918933.
www.sepulkralmuseum.de

Baunataler Nachrichten vom 22.12.08

50 Koffer für die Ewigkeit
Ausstellungseröffnung im Baunataler Rathausfoyer

Es sei trotz, dass es sich um ein eher dunkles Thema handele eine sehr lebendige Ausstellung, sagte Bürgermeister Manfred Schaub als er vergangene Woche Mittwoch die zahlreichen Gäste zur Ausstellungseröffnung „50 Koffer für die Ewigkeit" im Rathausfoyer begrüßte. Prof. Dr. Reiner Sörries, Direktor des Museums für Sepulkralkultur in Kassel, nannte es ein „ausgezeichnetes Projekt" was Pfarrer Günter Törner mit seinen Konfirmanden, dem Konfirmationsjahrgang 2009 der Kirchengemeinde Gethsemane, Baunatal-Mitte, dort auf die Beine gestellt hatte. Die Jugendlichen im Alter von 13 und 14 Jahren haben Menschen, schen, unter Ihnen auch Bürgermeister Manfred Schaub, die Märchenerzählerin Ria Ahrend und Bischof der Koptisch-Orthodoxen Kirche, Aube Damian besucht und sie gefragt, was sie zurücklassen würden, wenn sie versterben. Gegenstände, Symbole und Erinnerungsstücke, die ihnen im Laufe ihres Lebens wichtig geworden sind und die man auch nach dem Tod mit ihnen in Verbindung bringt, wurden in einen Koffer gepackt, die nun im Rathausfoyer ausgestellt werden. Zu sehen sind Koffer, die von der Lust und der Last zu Leben erzählen. Es sei eine sensible Ausstellung und ein Signal, dass sich das Bewusstsein der Menschen im Umgang mit dem Tod ändere, erklärte Sörries. Vor allem sei es aber eine mutige Entscheidung, diese Ausstellung gerade in der Adventszeit zu zeigen und diese Zeit so, wie es ursprünglich der Fall war, wieder zur Bedenkzeit werden zu lassen, fügte er hinzu. Pfarrer Günter Törner, der die Idee für das Projekt hatte, wollte damit auch das Gespräch zwischen den Generationen fördern. Er betonte, dass bei den Gesprächen sehr viel mehr als auf den Plakaten ausgestellt ist zusammengekommen sei. „Die Konfirmanden mussten daraus das schreiben, was sie denken, das sie verstanden haben", erklärte er. Allerdings sei dies nicht immer das, was die Kofferpacker sagen wollten. „Das entspricht dem echten Leben", fügte er hinzu. Nachdem Tod würden die Menschen auch etwas anderes über einen Menschen sagen, als dieser selbst über sich und sein Leben gesagt hätte.
Die Ausstellung ist noch bis zum 14. Januar 2009 während der Öffnungszeiten des Rathauses im Rathausfoyer zu sehen.
Anschließend wird die Ausstellung im Museum für Sepulkralkultur in Kassel gezeigt.

Eröffnung im Museum für Sepulkralkultur am Freitag, 27. Februar 09, 18.00h

HNA vom 20. Dezember 08

Koffer als mutige Botschaft
Im Rathaus zu sehen: Konfirmanden erarbeiteten Ausstellung zu Tod und Ewigkeit
VON ROLF WIESEMANN

BAUNATAL. Großer Andrang im Baunataler Rathausfoyer - und das abends nach 19 Uhr. Der Grund: Aufgeklappte, altmodische Papp- und Lederkoffer mit allerlei illustrem Inhalten hatten das Interesse von weit über hundert Besuchern geweckt.

»50 Koffer für die Ewigkeit«,
so lautet der Titel der am Donnerstagabend eröffneten Ausstellung, die auf Initiative von Pfarrer Günter Törner sowie den Konfirmandinnen und Konfirmanden der Baunataler Gethsemanekirche entstanden ist. Die Idee der Aktion, die Törner nochmals erklärte, war, dass Menschen zumeist aus Baunatal, die in der Mitte ihres Lebens stehen, einen »letzten Koffer« packen, in dem sie Dinge und Gedanken verstauen, die nach dem Tod etwas über sie aussagen.

»Die Idee klang sehr düster,
aber es ist eine sehr lebendige Ausstellung«, sagte Manfred Schaub zur Eröffnung. Für Baunatals Bürgermeister ist das Rathaus für die kommenden Wochen der geeignete Ort für die Präsentation, da es „eine Ausstellung aus der Mitte der Stadt ist, die aus kleinen Bildern ein großes Ganzes entstehen lässt."

Als eine mutige Botschaft,
gerade in der Adventszeit, bezeichnete Dr. Reiner Sörries die Koffersammlung. Sie sei, so der Leiter des Kasseler Museums für Sepulkralkultur (Bestattungs- und Friedhofswesen), eine Herausforderung für den Betrachter. »Dies ist eine sehr wichtige, sensible Ausstellung mit einer Botschaft, die über Baunatal hinaus wirkt«.
Der Aufforderung, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen, sollen, so Sörries, in naher Zukunft auch die Besucher des Sepulkralmuseums folgen. Geplanter Termin des Umzugs der Ewigkeitskoffer nach Kassel ist Ende Februar. Im Baunataler Rathaus sind sie bis 14. Januar zu sehen.
Die Ausstellung, zu der auch der am Donnerstag anwesende Bischof der Koptischen Kirche in Deutschland, Anba Damian, seinen Packbeitrag geleistet hat, wurde durch ein eigens komponiertes Lied von Reinhard Labs und Willi Volmar eröffnet. Der passende Titel des Songs: .,Die Geschichte eines Koffers".

HNA vom 5.12.2008

Das ganze Leben in einem Koffer
Konfirmanden haben ungewöhnliche Ausstellung erarbeitet, die auch ins Museum für Sepulkralkultur soll
VON PAMELA SOMMER

BAUNATAL / KASSEL. Was hinterlasse ich, wenn ich sterbe? An was werden sich andere erinnern, wenn sie an mich denken? Normalerweise beschäftigen sich Menschen erst dann mit diesen Fragen, wenn sie ein hohes Alter erreicht haben. In Baunatal haben sich in den vergangenen Wochen einige Menschen Gedanken zu diesem Thema gemacht. Denn Pfarrer Günter Törner und seine Konfirmandengruppe haben Einwohner ab 50 gebeten, einen „Koffer für die Ewigkeit" zu packen. Mit Dingen, die etwas über das eigene Leben erzählen.

„Das Thema Tod gehört zum Konfirmandenunterricht", sagt Törner. Das Koffer-Projekt sei für die Jugendlichen eine spannende Art, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Doch wie entstand die ungewöhnliche Idee? „Durch eine Fernsehreportage habe ich von einem ganz ähnlichen Projekt erfahren", berichtet der Pfarrer. Dort packten Menschen einen Koffer für ihre letzte Reise.

In Baunatal ist der Akt des Kofferpackens jedoch nur ein Teilaspekt. Törner ging es darum, dass die Jugendlichen mit älteren Menschen ins Gespräch kommen. „Der Dialog zwischen den Generationen ist wichtig." Deshalb besuchten die Konfirmanden jeweils einen oder mehrere Kofferpacker zuhause, sprachen mit ihnen über ihr Leben und über die Dinge, die ihnen wichtig sind. Die Ergebnisse dieser Gespräche haben sie schriftlich dokumentiert.

Übers Alterwerden gelernt
Für die Jugendlichen war das eine interessante Erfahrung. „Zuerst war es komisch, dass mir eine wildfremde Person so viel Privates erzählt", sagt Daniel Grothues. Doch die Gespräche seien sehr nett gewesen. Auch Marcel lske zieht eine positive Bilanz des Projekts: „Ich habe viel gelernt. - darüber, wie es ist, alt zu sein, und dass es nicht schlimm ist, auf fremde Menschen zuzugehen."

Inzwischen sind viele Koffer im Erdgeschoss der Gethsemanekirche eingetroffen. In manchen liegen Fotos, in anderen Reiseführer, religiöse Gegenstände und Zeitungsausschnitte. Einer der ausgewählten Baunataler bestückte seinen Koffer für die Ewigkeit lediglich mit verschiedenen Steinen - als Symbole für verschiedene Stationen in seinem Leben.

Am kommenden Sonntag wird das Koffer-Projekt in einem Adventsgottesdienst in
der Gethsemanekirche vorgestellt. Beginn ist um 10 Uhr anschließend können die Besucher die Koffer begutachten. Ab 18. Dezember sollen die Koffer dann im Baunataler Rathaus ausgestellt werden, und auch das Kasseler Museum für Sepulkralkultur hat bereits Interesse an den Objekten gezeigt. „Dort wird es im Frühjahr eine weitere Ausstellung geben", sagt Törner,

Ausstellungseröffnung im Foyer des Rathause
am Donnerstag, 18. Dezember, 19 Uhr.

Mo + Do  8.00-18.00 Uhr
Di + Mi    8.00-16.30 Uhr
Fr            8.00-14.00 Uhr
Sa          10.00-12.00Uhr